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Die wichtigsten Tipps für den Anbau von Körnermais.

Boden- und Saatbettbereitung für einen guten Bestandes Aufbau

ZIEL: Schaffung einer guten Bodenstruktur und eines optimalen Saatbetts

Bodenbearbeitung

  • Eine Bodenbearbeitung sollte im Frühjahr erfolgen, wenn der Boden ausreichend trocken ist.
  • Wenn der Boden zu nass ist, sollte er nicht bearbeitet werden, um Bodenverdichtungen zu vermeiden.
  • Die Wahl des Bearbeitungsverfahrens hängt von den Bodeneigenschaften, der Vorfrucht und dem Ziel der Bodenbearbeitung ab.

Mögliche Verfahren sind:

  • Stoppelbearbeitung mit Grubber oder Scheibenegge
  • Pflugfurche
  • Mulchsaat mit Kreiselegge oder Zinkenrotor

Ziele der Bodenbearbeitung

  • Zerkleinerung und Einarbeitung der Ernterückstände
  • Lockerung des Bodens
  • Schaffung eines feinkrümeligen Saatbettes
  • Förderung der Wasserinfiltration
  • Unkraut- und Schädlingsbekämpfung

 Saatbettbereitung

  • Die Saatbettbereitung sollte maximal 7 cm tief erfolgen, um eine gute Wasserversorgung des Maiskorns zu gewährleisten
  • Bei schwereren Böden kann eine tiefere Lockerung von bis zu 20 cm erforderlich sein.

Die richtige Sorte nach den folgenden Kriterien auswählen

Ziel: Anpassung an das Anbaugebiet.

Eine Körnermaissorte zeichnet sich neben den allgemeinen Nutzungseigenschaften wie zügige Jugendentwicklung, Kälte- und Trockenheitstoleranz sowie geringe Bestockungsneigung durch folgende Merkmale aus

  • hohes Ertragsniveau und höhere Ertragssicherheit
  • gutes „dry-down“
  • gute Druschfähigkeit
  • gute Standfestigkeit
  • eine geringe Anfälligkeit für Stängelfäule
  • eine hohe Ertragsstabilität

Als Grenzwert für die Druschreife gilt bei Körnermais eine Kornfeuchte von 35 %. Die Einlagerung der Assimilate in das Korn ist bei einer Kornfeuchte von 33-35 % abgeschlossen.  Sorten mit einem guten Dry-Down garantieren eine trockene Ernte. Der Bruchkornanteil wird reduziert und die Trocknungskosten gesenkt. 

Aussaat

ZIEL: Die Qualität des Feldaufgangs ist ein wichtiger Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Produktion.
Der Ertrag von Mais wird wesentlich von der Qualität der Aussaat beeinflusst. Sie bestimmt die Pflanzenentwicklung, die Kolbenbildung und den Ertrag und damit die Anzahl der ertragsfähigen Pflanzen pro Quadratmeter (Bestandesdichte).

Bei der Aussaat von Körnermais sind folgende Kriterien zu beachten:

  • Folgende Kriterien sind bei der Aussaat von Körnermais zu beachten
  • Wahl des Saattermins - grundsätzlich gilt: "So früh wie möglich, so spät wie nötig".
  • Optimale Bodentemperatur: 8-10 °C
  • Der Boden muss warm, gut abgetrocknet und tragfähig sein.
  • Ablagetiefe je nach Bodenart zwischen 4 und 6 cm
  • Reihenabstand: 50-80 cm
  • Die optimale Bestandesdichte muss den Ertragserwartungen und den Bodeneigenschaften angepasst werden und variiert zwischen 6 und 12 Pflanzen/m2
  • Gleichmäßige und präzise Ablage des Saatguts
  • Das Saatgut sollte bei der Aussaat angedrückt werden, um einen guten Bodenschluss zu gewährleisten.

Unkrautmanagement

Ziel: Die Unkrautbekämpfung ist bei Körnermais besonders wichtig, da die jungen Maispflanzen vor allem zwischen dem 3. und 10. Blattstadium sehr empfindlich auf Unkrautkonkurrenz reagieren. Hier ein Überblick über die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Unkrautbekämpfung bei Körnermais:

Herausforderungen: Konkurrenz: Wachsende Unkräuter konkurrieren mit dem Mais um Wasser, Nährstoffe und Sonnenlicht und haben erhebliche Auswirkungen auf die Ertragsleistung.

Herbizid Resistenzen: Der übermäßige Einsatz bestimmter Herbizide kann zu Unkrautresistenzen führen, was die Bekämpfung erschwert.

Gewässerschutz: Beim Einsatz von Herbiziden muss auf den Schutz der Wasserressourcen geachtet werden.

Folgende Methoden stehen zur Verfügung

Mechanische Unkrautbekämpfung: Eine standortangepasste Bodenbearbeitung vor der Aussaat kann dazu beitragen, den Unkrautbesatz zu reduzieren. Diese Methode sollte jedoch mit bodenschonenden Maßnahmen kombiniert werden.

Herbizideinsatz: Zur Unkrautbekämpfung in Mais kann eine Vielzahl von Herbiziden eingesetzt werden. Hier sind einige Beispiele:

Terbuthylazin-haltige Herbizide: Diese Herbizide sind eine kosteneffiziente Option für breitblättrige Unkräuter und haben eine langanhaltende Wirkung, ihr Einsatz kann jedoch aufgrund von Bedenken hinsichtlich des Wasserschutzes eingeschränkt sein.

Sulfonylharnstoffe-haltige Herbezide: Sie wirken in erster Linie auf Blätter und werden zur breiteren Unkrautbekämpfung mit anderen Herbiziden kombiniert. Einige haben eine unterdrückende Wirkung auf Quecken.

Triketone-haltige Herbezide: Eine weitere Gruppe von Herbiziden für die Bekämpfung von breitblättrigem Unkraut.

Folgende Punkte sind bei der Herbizidwahl zu beachten

  • vorhandene Unkrautarten
  • Wirkungslücken der Herbizide
  • die vorgesehenen Anwendungsverfahren
  • mögliche Anwendungsbeschränkungen (Wasserschutzauflagen)
  • Wirtschaftlichkeit
  • Für Nachauflaufanwendungen auf mineralischen Böden sollten blatt- und bodenwirksame Produkte gewählt werden, um einerseits Unkräuter unabhängig von der Bodenfeuchte zu bekämpfen und andererseits noch auflaufende Unkräuter zu einem späteren Zeitpunkt zu erfassen. Gegebenenfalls können entsprechend wirksame Einzelmittel kombiniert werden.
  • Auf unkrautreichen, humosen Standorten mit mehreren Keimwellen sollten blattaktive Herbizide eingesetzt werden. Hier bietet sich das Splitting-Verfahren mit reduzierten Aufwandmengen im frühen Entwicklungsstadium der Unkräuter bzw. Ungräser an.
     

Düngung Maßnahmen

Ziel: Optimale Nährstoffversorgung zur Entfaltung des vollen genetischen Potenzials

Mais hat einen hohen Nährstoffbedarf, insbesondere an Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Die optimale Düngung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. Bodentyp, Ertragserwartung, Vorfrucht und Witterung. Eine bedarfsgerechte Düngung ist wichtig, um hohe Erträge und eine gute Qualität zu erzielen.

Stickstoff:

Stickstoff ist ein essentieller Nährstoff für das Pflanzenwachstum. Gleichzeitig hat die Höhe der N-Düngung auch einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit der Pflanzen und damit auf den Ertrag. 

Eine bedarfsgerechte N-Düngung ist daher immer anzustreben. Um die N-Versorgung zu optimieren, müssen sowohl der Nmin-Gehalt als auch die N-Nachlieferung im Vegetationsverlauf berücksichtigt werden.

Der N-Bedarf von Körnermais liegt bei ca. 140 - 200 kg N/ha und muss je nach Ertragserwartung angepasst werden.

Die Maispflanze ist in der Lage, Stickstoff in Form von Nitrat und Ammonium aufzunehmen. Den höchsten N-Bedarf hat der Mais vom 6. Blattstadium bis zum Eintrocknen der Narbenfäden. In dieser Phase nimmt der Mais ca. 80 % der benötigten N-Menge auf.
 

Phosphor: 

Phosphat ist in erster Linie für eine gute Wurzelentwicklung verantwortlich und wichtig, um chemisch gebundene Energie in den verschiedensten Stoffwechselprozessen zu übertragen.

Die Maispflanze zeigt vor allem unter kalten Bedingungen während der Jugendentwicklung ein schlechtes Aufnahmevermögen für Phosphat. Dies steht im Zusammenhang mit der relativ schwachen Wurzelentwicklung der Maispflanze in dieser Phase. 

In diesem Stadium ist eine Unterfußdüngung in Kombination mit einer Startgabe Stickstoff die beste Möglichkeit, eine ausreichende Phosphatversorgung zu gewährleisten.

Auf Flächen mit mittlerer Versorgungsstufe wird eine Phosphatdüngung von 40 - 80 kg/ha P2O5 empfohlen.

Bei hohen P-Gehalten im Boden kann die P-Düngung reduziert werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das Phosphat pflanzenverfügbar sein muss.

Kalium:

Kalium ist an der Aktivierung zahlreicher Enzyme des Pflanzenstoffwechsels beteiligt und beeinflusst die Bildung von Inhaltsstoffen und Kohlenhydraten. Der Nährstoff ist auch für die Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks in den Zellen und die Regulierung des Wasserhaushalts verantwortlich. Optimal mit Kalium versorgte Pflanzen können Trockenperioden viel besser überstehen.

Die empfohlene Kaliumdüngung liegt bei 200-240 kg/ha K2O.

Eine gute Kaliumversorgung erhöht die Standfestigkeit, die Resistenz gegen Stängelfäule und ist wichtig für die volle Kolbenentwicklung. Im Durchschnitt werden 240 kg K2O pro Hektar bis zum Fahnenaufgang aufgenommen. Zur Ermittlung des Düngebedarfs muss auch die aktuelle Bodenanalyse berücksichtigt werden. 

Magnesium:

Magnesium ist der zentrale Baustein für die Chlorophyllbildung und daher sehr wichtig für die Photosyntheseleistung. Magnesium wird von der Maispflanze hauptsächlich vom Beginn des Reihenschlusses bis zur Blüte benötigt. In dieser Phase werden zwei Drittel des Gesamtbedarfs aufgenommen.

Bei Magnesium wird eine Düngung von 40-70 kg/ha MgO empfohlen.

Auf Böden mit normaler Magnesiumversorgung lässt sich der Magnesiumbedarf von Mais am einfachsten mit magnesiumhaltigen Mineraldüngern (z.B. Kornkali) und Kalk decken. Branntkalk oder Hüttenkalk enthält ca. 5 - 15 % MgO. Eine Düngung mit Gülle allein kann die Magnesiumversorgung nicht sicherstellen, da Gülle ein zu breites Kalium-Magnesium-Verhältnis von etwa 4:1 aufweist.

Schwefel: 

Die Schwefeldüngung ist ein wesentlicher Baustein für eine effiziente Stickstoffverwertung in der Pflanze. Die Stickstoffmengen, die ausgebracht werden dürfen, sind durch die strengeren Vorgaben der neuen Düngeverordnung begrenzt. Deshalb ist es wichtiger denn je, dass der gedüngte Stickstoff von den Pflanzen gut verwertet werden kann. Dies lässt sich am einfachsten erreichen, indem man sofort pflanzenverfügbaren Sulfatschwefel düngt.

Je nach Nährstoffbedarf werden 30-40 kg/ha S gedüngt

Der Gesamtbedarf an Schwefel ist bei Mais in der Regel hoch. Dieser wird zwar größtenteils durch die Gülle gedeckt, aber der organisch gebundene Schwefel muss erst mineralisiert werden, bevor er von der Pflanze aufgenommen werden kann. Diese Mineralisierung wird von der Bodentemperatur beeinflusst. Aus diesem Grund wirkt der Schwefel aus dem Boden und aus der Gülle in der entscheidenden Phase der Jugendentwicklung zu spät. 

Unterfußdüngung mit mineralischem Schwefel. Zur Deckung des Startbedarfs junger Maispflanzen sind ca. 10 kg Schwefel/ha ausreichend.

Ernte

ZIEL: Minimierung des Trocknungsaufwands und Erzielung einer hohen Ertragsqualität

  • Generell kann gesagt werden, dass die Wahl einer standortangepassten Sorte sowohl direkt über die Frühreife, das genetische Potenzial und die Krankheitstoleranz, als auch indirekt über Trockenstressanfälligkeit, Standfestigkeit und Drydown Verhalten Einfluss auf den Kornertrag und die Kornqualität hat.
  • Körnermais sollte so spät wie möglich geerntet werden, um eine optimale Trocknung der Körner auf dem Feld zu erreichen. Dies spart Trocknungs-kosten und erhöht die Wirtschaftlichkeit des Körnermaisanbaus.
  • Allerdings muss der Landwirt vor der Ernte den Gesamtzustand des Bestandes, die herrschenden Witterungsbedingungen und die Höhe des Trocknungsaufwandes sorgfältig abwägen, damit das Erntegut möglichst lange ohne Qualitätsverlust auf dem Feld verbleiben kann. 
  • Denn je später Körnermais geerntet wird, desto höher ist das Risiko eines Fusariumsbefalls. 
  • In der Regel wird Körnermais mit einer Kornfeuchte zwischen 25 und 32 % gedroschen. Damit der Mais gut lagerfähig ist, muss das Erntegut unmittelbar nach der Ernte auf 14 % Restfeuchte getrocknet werden.